Sorglose Brustvergrößerung?
Ärzte klären Patientinnen schlecht auf
In unserer Gesellschaft werden medizinisch sinnlose, aber schwerwiegende Eingriffe verteilt wie Bonbons. Da überrascht es nicht, dass etwa die medizinische Beratung im Vorfeld einer Brustvergrößerung fast immer „lückenhaft“ ist. Wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt, klären Ärzte nicht genug über mögliche Komplikationen und Risiken der Operation auf. Die Stiftung testete vier Brustzentren an öffentlichen Krankenhäusern und drei private Klinikverbände.
Abgeraten wird fast nie
Von sieben Einrichtungen, die Brustvergrößerungen anbieten, hat laut Warentest als einzige das Interdisziplinäre Brustzentrum der Charité Berlin die Patientinnen „umfassend“ beraten. In bestimmten Fällen hat die Charité den Interessentinnen etwa empfohlen, den Eingriff noch einmal zu überdenken oder ihnen sogar von einer Operation abgeraten. Bei allen anderen Einrichtungen war die Beratung „lückenhaft“ oder sogar „sehr lückenhaft“. Dabei ist es gerade bei einer Operation, die nur aus ästhetischen Gründen erfolgt, besonders wichtig, die Risiken zu kennen.
Zu große Implantate empfohlen
Die drei getesteten privaten, überregional tätigen Schönheitskliniken haben jeweils mindestens einer Patientin deutlich zu große Implantate empfohlen. Punkten konnten die privaten Anbieter im Test dagegen im Vergleich zu den öffentlichen Krankenhäusern bei Vorabinformation und Service, das heißt zum Beispiel bei Informationsmaterialien und Termintreue.
Fragen, die der Patientenorientierung dienen, wurden allerdings von keinem Anbieter vorbildlich beantwortet. So war die Aufklärung über die Qualifikation des Arztes, die erwarteten Kosten und den Ablauf nach Testurteil „weniger ausgeprägt“ bis „gering“.
- Links:
- Der ausführliche Test zur Brustvergrößerung ist online auf www.test.de veröffentlicht (kostenpflichtig).


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